Zähne beeinflussen den ganzen Körper

Ein Interview mit Dr. Uwe Busch von dental focus zu biologischer Zahnmedizin

Zähne beeinflussen den ganzen Körper

Redaktion: Herr Dr. Busch, Sie bieten in Ihrer Praxis biologische Zahnmedizin an. Wie unterscheidet sich biologische Zahnmedizin von der klassischen Zahnmedizin? 

Die biologische Zahnmedizin integriert die Prinzipien der Biologie in die Zahnheilkunde und stellt die Stärkung der Gesundheit in den Mittelpunkt. Im Gegensatz zur klassischen Zahnmedizin, die oft symptom-orientiert ist, berücksichtigt die biologische Zahnmedizin auch die Behandlung der Krankheitsursachen und verwendet dabei bioverträgliche Materialien. 

Für wen ist biologische Zahnmedizin besonders geeignet? 

Dr. Uwe Busch: Die biologische Zahnmedizin eignet sich für Patienten, die Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung ihrer Gesundheit legen. Insbesondere Personen mit chronischen Erkrankungen, Allergien oder Unverträglichkeiten können von den Ansätzen der biologischen Zahnmedizin profitieren. 

Welche Materialien werden in der biologischen Zahnmedizin verwendet? 

Dr. Uwe Busch: In der biologischen Zahnmedizin setzen wir ausschließlich gesundheitlich verträgliche und bioverträgliche Materialien ein, um die Belastung des Körpers durch Störfelder zu minimieren. Dazu gehören beispielsweise Keramikimplantate und metallfreie Werkstoffe. 

Können Sie den Begriff Störfeld näher erläutern – und wie spüren Sie ein Störfeld auf? 

Dr. Uwe Busch: Ein Störfeld kann z. B. ein entzündeter wurzelbehandelter Zahn oder ein entzündetes Knochenareal sein – also ein Bereich, der das Immunsystem dauerhaft reizt. Auch wenn dieser Bereich keine akuten Schmerzen verursacht, können er das Immunsystem dauerhaft reizen – still und schleichend. Wir prüfen daher sehr sorgfältig, ob ein wurzelbehandelter Zahn noch eine „Lebensberechtigung“ hat – oder ob eine sanfte Entfernung und ggf. ein keramisches Implantat die bessere Lösung wäre. Wir nutzen dabei moderne Diagnostik wie 3D-Röntgen oder thermische Tests, um diese Belastungen zu erkennen. 

Warum ist Amalgam problematisch – und wie läuft eine sichere Amalgamentfernung ab? 

Dr. Uwe Busch: Amalgamfüllungen enthalten Quecksilber, das gesundheitsschädlich sein kann. Bei der Entfernung von Amalgam wird großer Wert auf Sicherheit gelegt, um die Freisetzung von Quecksilberdämpfen zu minimieren. Dies geschieht unter höchsten Schutzmaßnahmen zum Wohl des Patienten und des Personals. Nach dem Entfernen der Füllungen folgt eine gezielte Ausleitungsphase. Ziel ist es, die Belastung durch Schwermetalle möglichst vollständig zu reduzieren – immer individuell abgestimmt. 

Wie steht es um die Sicherheit von Kompositen und Klebern? 

Dr. Uwe Busch: Auch Kunststoffe sind nicht per se harmlos. Wir wählen nur geprüfte, möglichst emissionsarme Produkte aus und testen bei sensiblen Patienten die Verträglichkeit vorab. Dabei ist Transparenz für uns wichtig – wir erklären, was wir einsetzen und warum. 

Welche Bedeutung messen Sie der Ernährung bei? 

Dr. Uwe Busch: Ernährung hat einen enormen Einfluss – nicht nur auf das Zahnfleisch, sondern auf alle Heilungsprozesse. Wir beraten unsere Patienten zu entzündungshemmender Ernährung, und empfehlen bei Bedarf Mikronährstoffe. 

Welche Rolle spielen der Darm und das Immunsystem in Ihrer zahnärztlichen Arbeit? 

Dr. Uwe Busch: Der Mund ist der Anfang des Verdauungssystems. Störungen in der Mundflora oder toxische Materialien können sich negativ auf den Darm und damit auf die Immunbalance auswirken. Deshalb denken wir stets vernetzt und stimmen unsere Therapien eng mit ganzheitlichen Medizinern oder Therapeuten ab. 

Ist biologische Zahnmedizin mit höheren Kosten verbunden? 

Dr. Uwe Busch: Ja, der Aufwand ist größer – sowohl in der Diagnostik als auch bei den Materialien. Aber es ist eine Investition in langfristige Gesundheit. Viele Patienten berichten, dass sich ihr Gesamtzustand verbessert, nachdem chronische Belastungen im Mund beseitigt wurden. Der Begriff „ganzheitlich“ wird oft inflationär gebraucht. 

Woran erkennt man eine Praxis, die wirklich biologisch arbeitet? 

Dr. Uwe Busch: In der biologischen Zahnmedizin arbeiten wir im Sinne des Körpers. D.h. wir arbeiten metallfrei, denken systemisch und berücksichtigen Wechselwirkungen mit Organen. 

Was möchten Sie Patienten mit auf den Weg geben, die sich für biologische Zahnmedizin interessieren? 

Dr. Uwe Busch: Ich möchte Ihnen Mut machen. Biologische Zahnmedizin bedeutet nicht „alternativ“ im esoterischen Sinn – sondern evidenzbasiert, individuell und respektvoll gegenüber dem Körper. Biologische Zahnmedizin beinhaltet absolute Präzision und erfordert eine entsprechend hochwertige technische Ausstattung. Wer bereit ist, über den Tellerrand der Schulzahnmedizin zu schauen, kann hier oft die Ursache für langjährige Beschwerden finden – und neue Lebensqualität gewinnen. Zähne sind kein isoliertes System – sie sind ein Spiegel unserer Gesundheit. Und genau das macht meine Arbeit in diesem Bereich so sinnvoll.